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Innovatorsclub NIEDERSACHSEN tagte auf der IdeenExpo

von Volker Benke

Auf der IdeenExpo 2017 hatten diesmal die fünfte IdeenExpo und die 13. Sitzung des Innovatorsclub Niedersachsen ein Stelldichein. Auf dem Messegelände, das von jungem Publikum nur so wimmelte, konnten der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Dr. Marco Trips, und der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Dr. Volker Müller, zahlreiche Mitglieder des innovatorsclubs begrüßen, die Interesse sowohl an der Ideenexpo wie an den Vorträgen zum zentralen Thema Fachkräftemangel hatten.

Vor Beginn der Sitzung stand ein Rundgang über die IdeenExpo auf dem Programm, der allen Teilnehmern interessante Einblicke in die vor allem für junge und ganz junge Menschen gedachte Messe lieferten. Anschließend beschrieb Dr. Christoph Wilk aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium in seiner Funktion als Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Ideenexpo GmbH den stetig wachsenden Erfolg der alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellung. Sie sei einmalig und werde mittlerweile von 250 Unternehmen unterstützt, die mit ihren Beiträgen dafür sorgten, dass gegen den wachsenden Fachkräftemangel ein Zeichen gesetzt wird. Besucher seien im Wesentlichen Auszubildende, Schüler, Jugendliche insgesamt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies skizzierte dann die Fachkräfteinitiative Niedersachsen. Lies nannte die IdeenExpo „faszinierend“. Sie habe einen hervorragenden Start hingelegt und müsse weiter gefördert und ausgebaut werden. Es gehe jetzt darum, dass die Unternehmen morgen noch sicher sein müssten, dass sie die notwendigen Fachkräfte bekämen. Das Land werde in gut 20 Jahren rund 350 000 weniger Einwohner haben. Man könne deshalb nicht früh genug mit Qualitätsoffensiven vorsorgen. Das gelte auch für Menschen aus dem Ausland, die zu uns kommen wollten. Nötig sei dafür auch eine stärkere Berufsorientierung in den Schulen. Wichtig sei auch die duale Ausbildung, weil die Wirtschaft auf gut ausgebildete Facharbeiter angewiesen sei. Seine Botschaft: „Nicht jeder muss Abitur machen“. Nachwuchs fehle nicht nur in der Industrie, gerade auch im sozialen Bereich fehle der Nachwuchs, es sei heute fast unmöglich, junge Leute für die Ausbildung dort zu gewinnen. Wichtig sei eine dauerhafte Qualifizierung und Weiterbildung, deshalb müsse es eigentlich „Agentur für Arbeit und Qualifizierung“ heißen. Es sei künftig wichtig, bei jedem Menschen die individuellen Fähigkeiten zu erkunden und diese dann besser zu nutzen. Dabei gehe es um jene Menschen, die bisher „ausgespart“ worden seien und um eine Organisation auf regionaler Ebene, um überall die Zukunft der Unternehmen und der Wirtschaft zu sichern. Wichtig sei ihm daher das Projekt „Zweite Chance“. Man müsse auch weg kommen von der Akademisierung der Berufe, auch andere Wege bräuchten mehr Wertschätzung, betonte Lies.

Abschließend schilderte Fritz Kelle, Personalleiter der VSM - Vereinigte Schmirgel - und Maschinen-Fabriken AG, wie man den Kampf um die „richtigen Köpfe“ führen solle. Er forderte mehr gemeinsames Personalmarketing, mehr Austausch in Netzwerken auch zwischen Wirtschaft und Hochschulen sowie Projekte wie eine Job-Börse. Mehr junge Leute müssten fit für die Ausbildung gemacht werden, vor allem Jugendliche mit schlechten Hauptschulabschlüssen und auch Asylbewerber.

Fotos: Brüning