innologo2

Was können wir tun, damit unsere Städte, Gemeinden und Samtgemeinden auch in 2050 gut und lebenswert sind?

von Dr. Marco Trips

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund nimmt als kommunaler Spitzenverband die Interessen seiner Mitglieder wahr. Dazu gehört neben Rechtsberatung, Erfahrungsaustausch und Fortbildung vor allem auch die Vertretung gegenüber dem Land und dem Bund. Oftmals bündelt sich dies in Forderungen nach stärkerer finanzieller Unterstützung und der Abwehr drohender Einschränkungen der kommunalen Selbstverwaltung.

Logo NEUMit dem Projekt „Gemeinde 5.0“ will der NSGB einen Schritt darüber hinausgehen und sich an der Zukunftsarbeit des kreisangehörigen Raums beteiligen. Die Mitglieder unseres Verbandes sind in diesem Projekt aufgerufen, aktiv mitzuarbeiten, um sich den Fragen auf dem Weg in die Zukunft zu widmen.

Zentrale Aufgabe des Projektes

Die wesentliche Frage dieses Projektes lautet:

Wie sieht eine Gemeinde im ländlichen Raum  und im Umland der Großstädte im Jahr 2050 aus?

Alle Kommunen stehen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vor großen Herausforderungen. Hierzu zählen unter anderem die Bevölkerungsschrumpfung und das höhere Durchschnittsalter, ein Auseinanderklaffen von zu bewältigenden Aufgaben und gegebener Finanzausstattung, zunehmende Integrationserfordernisse, der Klimawandel und die Energiewende.

Daraus erwachsen insbesondere viele Einzelfragen und konkrete Problemstellungen für den ländlichen Raum, wie etwa:

  • Wie sieht die zukünftige Versorgung des ländlichen Raums mit Gütern und Dienstleistungen aus? Wird es weiter örtlich verankerte Angebote oder mehr mobile Versorgung geben?
  • Setzt eine Landflucht ein und wird die Fläche entvölkert oder finden wir Potenziale, die wir bisher ungenutzt gelassen haben?
  • Haben Städte und Gemeinden die richtige Strukturen und Antworten? Wie kann eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Städten und Gemeinden und  anderen Partnern aussehen?
  • Was kann getan werden, um die Folgen von zunehmenden Klimaextremen zu bewältigen?
  • Gibt es eine zunehmende Virtualisierung? Werden wir zukünftig Lebensmittel oder auch kommunale Dienstleistungen weitgehend über das Internet bestellen?

Viele dieser Fragen haben bereits unterschiedliche Antworten vor Ort gefunden, viele dieser Themen werden derzeit in der Gesellschaft breit erörtert. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund möchte dazu beitragen, dass Lösungen erarbeitet werden, die auf gemeindlicher Ebene umsetzbar sind.


Projektstruktur

Dazu sollen vier Bausteine erarbeitet werden.

Grafik Bausteine richtiges Blau

1. Gute Projekte aus den Städten, Gemeinden und Samtgemeinden
Welche Projekte waren im Hinblick auf die Zukunft bei Ihnen zu Hause erfolgreich? Woraus zehren Sie einen Mehrwert – finanziell, ideell oder sonst wie. Ich glaube, dass es eine Vielzahl guter Projekte gibt, die wir öffentlich machen und zur Nachahmung empfehlen können – am besten konkret und mit Checkliste!

2. Projekte mit unseren Projektpartnern
Hier soll die Erfahrung und Kreativität unserer Projektpartner genutzt werden, um einen Blick über den Tellerrand – und wieder zurück – zu wagen. Welche konkreten Maßnahmen und Vorhaben werden derzeit bei den Partnern diskutiert und vorbereitet? Wie kann dies den Gemeinden nützen? Wie kann das Wissen der Gemeinden den Partnern nützen?            

Die Projektpartner tragen maßgeblich zur Finanzierung dieses Projektes bei, hierfür herzlichen Dank!

 3. Börse der Visionen
Ich glaube wir brauchen Zukunftsvisionen. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, wie eine mögliche Zukunft aussehen kann und welche Anforderungen sie wahrscheinlich an unsere Städte, Gemeinden und Samtgemeinden stellt. Wie wird das Leben in 2050 oder auf dem Weg dorthin aussehen? Wie müssen wir uns aufstellen? Sind unsere Positionen noch zeitgemäß oder sind sie etwa jetzt erst recht zeitgemäß?

4. Marketing für den ländlichen Raum
Das Leben „auf dem Lande“ ist schön – viele Menschen werden auch weiterhin dort leben. Es gilt, die Vorzüge des Lebens im ländlichen Raum und in den Räumen um die Großstädte herum herauszustellen, um diese zu stärken. Nicht nur über die demografische Entwicklung jammern, sondern auch die Vorzüge des ländlichen Raums aufzeigen!

Was das Projekt nicht kann und nicht will

Niedersachsen ist sehr unterschiedlich strukturiert. In einigen Gebieten gibt es Bevölkerungszuwächse, in anderen werden teilweise schon "die Fensterläden zugenagelt". Daher wird es nicht möglich sein, ein allumfassendes und für alle Mitglieder gleiches Bild zu zeichnen. Wichtig ist, einen Prozess in Gang zu setzen, der Hilfestellung vor Ort und einen generellen Überblick über die anstehenden Fragen und mögliche Lösungen bietet.

Zentrales Element eines solchen Prozesses sollen daher Veranstaltungen in den Kreisverbänden sein.

Die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden sollen sich mit wichtigen Zukunftsthemen auseinandersetzen, ohne sie selbst im Einzelnen alleine erarbeiten zu müssen. Es gibt eine Vielzahl von Impulsen und Dokumenten.

Es ist daher auch nicht das Ziel dieses Projekts, selber alle Antworten neu zu finden. Vielmehr können aus den vorhandenen Erkenntnissen, Erfahrungen und Lösungsansätzen Handlungsempfehlungen oder Lösungsansätze für die gemeindliche Ebene entwickelt werden.

Ich hoffe auf die Mitarbeit all unserer Städte, Gemeinden und Samtgemeinden! Gemeinsam können wir einige Schritte auf dem Weg in die Zukunft gehen und herausfinden, was die „Gemeinde 5.0“ ausmacht!


Kontakt

Franke Portrait GraustufenAnsprechpartnerin und Projektmanagerin für das Projekt Gemeinde 5.0 ist Lena Franke, Kontakt: Tel. 0511 30285-66, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nach ihrem Bachelorstudium im Fach der „Landschaftsarchitektur und Umweltplanung“ erwarb Lena Franke den Master of Science im Fachbereich „Umweltplanung“ mit den Schwerpunkten Stadt- und Regionalentwicklung und Entwicklung ländlicher Räume an der Leibniz Universität Hannover. Sie ist außerdem Preisträgerin des ALR-Hochschulpreises 2013.